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05.04.2011

Technik für Aufbau in Japan

Nordkurier vom 5. Mai 2011

Von Carina Göls

Die Warener Forus GmbH ist in diesen Tagen in Japan gefragt. Trotz ihrer Insolvenz. Vor dem dramatischen Hintergrund der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe und deren Folgen wurden jetzt fünf Holz- und Müllzerkleinerer bei der Warener Spezialfirma angefragt. Eine Maschine sei bereits verbindlich geordert, wie Betriebsleiter Reinhold Grewatsch gestern auf Nordkurier-Anfrage bestätigte. "Wir haben eine ganz besondere Verbindung zu Japan. Nicht nur, weil wir schon seit en 90erJahren Lieferbeziehungen nach Japan haben, sondern natürlich auch durch die tragischen Ereignisse dort. Wir telefonieren oft mit unseren japanischen Geschäftspartnern, bekommen E-Mails und Fotos von ihnen", berichtete der Betriebsleiter.

Die Warener Kollegen wüssten wohl so gut wie kaum je zuvor, wofür ihre Maschinen benötigt werden, erfahren beinahe täglich von unglaublichen Schicksalen in dem Katastrophengebiet.

In Japan sei die Rede von knapp 88 500 eingestürzten Häusern. Jedes sei zu rund 20 Tonnen Schutt und Asche in sich zusammengefallen. Die Schredder- und Pressmaschinen made in Waren ließen von einem Gebäude nicht viel mehr als einen Handteller großen Würfel übrig, wie Reinhold Grewatsch beschrieb. Holz, Schrott, alles Vorstell- und sicher auch Unvorstellbare verschwinde darin und werde anschließend verbrannt. "Wir sind bemüht, den Japanern rasch zu helfen, sind berührt von den Ereignissen", sagte Reinhold Grewatsch.

Dass ausgerechnet vor dem tragischen Hintergrund der Naturkatastrophe das insolvente Unternehmen an der Müritz einige Aufträge bekomme, sei vielleicht ein Wermutstropfen. "Doch wir können mit unserer Arbeit Hilfe leisten. Das ist wichtig. Auch Zulieferfirmen verkürzen ihre Lieferzeiten, um möglichst schnelle Unterstützung bieten zu können", betonte der Forus-Betriebsleiter. In den vergangenen zehn Jahren habe die Firma allein nach Japan mehr als 200 Maschinen geliefert.

Die Warener Forst- und Spezialmaschinenbaufirma, die ihre Geräte laut Reinhold Grewatsch weltweit vermarktet, hatte im Zuge der Wirtschaftskrise Ende 2009 massive Umsatzeinbruch erlitten und Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen konnte aber nach einem Insolvenzplan uneingeschränkt weiter produzieren. Nun steht es bereits in der abschließenden Phase der Sanierung, wie vom Insolvenzverwalter zu erfahren war. Aktuell seien 24 Mitarbeiter beschäftigt. Drei Viertel der Jobs konnten damit erhalten werden.