27.11.2012 | V.I.B Systems ist gerettet

Die V.I.B Systems GmbH, über deren Vermögen am 01.11.2012 das Insolvenzverfahren eröffnet wurde, konnte an einen ausländischen Investor nach umfangreichen Verhandlungen veräußert werden.

Die V.I.B. Systems GmbH ist ein Spezialmaschinenhersteller im Bereich von Papiermaschinen. Sie ist eine der Spezialisten für Dampfblaskästen und hat in den vergangenen Monaten das weltweit nahezu einzigartige Fluid Tec System entwickelt. Die V.I.B Systems ist bereits seit vielen Jahrzehnten in diesem Segment tätig, zu ihren Kunden gehören insbesondere international agierende Papiermühlen. Gerätschaften der V.I.B Systems GmbH stehen in vielen Ländern und Kontinenten in papierherstellenden Unternehmen.

Durch den weltweit zu beobachtenden Konzentrationsprozess in der Papierindustrie ist auch die V.I.B Systems in der Vergangenheit unter Druck geraten. Trotz ihres überaus großen Renommees konnte sie die Umsätze nicht halten, so dass sie sukzessive in den vergangenen Jahren Personal abbauen musste. Durch erneute Auftragsrückgänge musste dann die V.I.B Systems GmbH im August 2012 mit ihren 70 Mitarbeitern Insolvenzantrag stellen.

Der vom Amtsgericht Hanau bestellte Insolvenzverwalter, Herr Rechtsanwalt Dr. Georg Bernsau, Frankfurt am Main, hat das Unternehmen fortgeführt und umgestaltet. Insbesondere ist es gelungen, im Antragsverfahren umfangreiche Aufträge neu zu akquirieren und auszuführen. Die V.I.B Systems konnte trotz des Insolvenzverfahrens an ihre alten Tradition anknüpfen und konnte Stammkunden, aber auch neue Kunden, für ihre führende Technologie gewinnen.

In einem umfangreichen Bietverfahren konnte ein amerikanischer Investor ausfindig gemacht werden, der bereit war, sein umfangreiches Produktsortiment über die Technologie der V.I.B Systems GmbH zu erweitern. Von den 65 Mitarbeitern, die noch heute bei der V.I.B Systems beschäftigt sind, werden 33 Mitarbeiter in eine neu gegründete Gesellschaft übernommen, da von dem Investor zum einen Teilbereiche der V.I.B Systems übernommen werden, zum anderen der Investor auf ein bereits existierendes Back Office zurück greifen kann.

Für die restlichen Mitarbeiter hat der Insolvenzverwalter eine Transfergesellschaft ausgehandelt, die ebenfalls mit Wirkung ab dem 23.11.2012 ihre Tätigkeit aufgenommen hat. Damit wird erreicht, dass kein Mitarbeiter arbeitslos geworden ist, sondern für alle Mitarbeiter Fortführungs- und Ausgleichslösungen geschaffen worden sind. Alle Mitarbeiter haben den angebotenen Übernahmen zugestimmt.

Der Insolvenzverwalter ist glücklich darüber, dass in einem so schwierigen Geschäftsumfeld und nach einem sehr schwierigen Insolvenzverfahren eine Fortführungslösung geschaffen werden konnte. Damit ist der industrielle Kern der V.I.B Systems GmbH erhalten geblieben. Mit ihrer Spezialkompetenz wird die V.I.B Systems ohne weiteres am Markt bestehen bleiben und mit einem potenten Investor in der Lage sein, die Geschäftsaktivitäten deutlich zu erweitern.

BBL ist eine auf Insolvenzrecht spezialisierte Kanzlei mit ausgeprägter Beratungs- und Verwaltungskompetenz. Als weitere besondere Expertise kommt die Zwangsverwaltung von Immobilien hinzu. BBL verfügt über umfangreiche Erfahrung in komplexen Insolvenzplanverfahren und durch zahlreiche grenzüberschreitende Fälle über einen starken internationalen Bezug. Rund 40 Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte arbeiten an mehr als 30 Standorten, überwiegend in wichtigen Wirtschafts- und Finanzzentren.