12.05.2014 | Getgoods.de AG – Graf Brockdorff als lnsolvenzverwalter bestätigt

Gläubigerausschuss fordert Aufklärung von Vermögensverschiebungen und Unregelmäßigkeiten

Potsdam, 12.05.2014: Der Gläubigerausschuss der insolventen Getgoods.de AG hat am 29.04.2014 Insolvenzverwalter Christian Graf Brockdorff einstimmig in seinem Amt bestätigt und zugleich die lückenlose Aufklärung von beträchtlichen Vermögensverschiebungen und Unregelmäßigkeiten in der Geschäftsführung des Unternehmens gefordert. Unterstützung erfährt der lnsolvenzverwalter künftig durch einen fünfköpfigen Gläubigerausschuss, den die Gläubiger am 29.04.2014 aus ihren Reihen gewählt haben.

In seinem Bericht zur Gläubigerversammlung am 29.04.2014 hat Insolvenzverwalter Christian Graf Brockdorff die Gläubiger der Insolvenzschuldnerin um vollständige Rückendeckung gebeten. Anlass dazu geben zahlreiche Hinweise auf Unregelmäßigkeiten in der vormaligen Geschäftsführung des Unternehmens. Vor allem fragwürdige Geldabflüsse, insbesondere vor Insolvenzantragstellung, sind zu untersuchen.

Bei der Getgoods.de AG handelt es sich um eine Dachgesellschaft der getgoods-Gruppe, die im November 2013 Insolvenzantrag gestellt hatte. Die Schuldnerin war zum Zeitpunkt der Anordnung der vorläufigen lnsolvenzverwaltung nicht operativ am Markt tätig. Vielmehr führte sie diverse Managementtätigkeiten für die einzelnen Tochtergesellschaften durch. Das gesamte operative Geschäft des Konzerns oblag der 100%igen Tochter getgoods.de Vertriebs GmbH. Über deren Vermögen wurde zwischenzeitlich ebenfalls das lnsolvenzverfahren eröffnet. Das Verfahren wird jedoch getrennt geführt und nicht von der Kanzlei BBL betreut.

Die Aufklärung von Unregelmäßigkeiten und Geldflüssen sowie die Durchsetzung von Anfechtungsansprüchen bestimmen jetzt den weiteren Verfahrensverlauf.

So hat die lnsolvenzschuldnerin an eine TMI Invest GmbH noch Ende 2012 einen Betrag von 750.000 EUR überwiesen, der nach Auffassung des lnsolvenzverwalters nicht mehr hätte fließen dürfen. In diesem Zusammenhang stellt sich die berechtigte Frage, ob die Getgoods.de AG nicht bereits weit vor dem Insolvenzantrag im November 2013 zahlungsunfähig war.

Besonderes Interesse nach lückenloser Aufklärung machen die Anleihegläubiger geltend, die der Getgoods.de AG als Emittentin einer Unternehmensanleihe 60 Mio. EUR geliehen haben. Das Geld sollte nach den Vorgaben des Vorstands innerhalb von 5 Jahren verdient und zurückgezahlt werden. In dem von der Gläubigerversammlung gewählten Gläubigerausschuss vertritt Dr. Marc Liebscher von der Rechtsanwaltskanzlei Dr. Späth & Partner, Berlin, die Interessen der Gemeinschaft der Anleihegläubiger.

„Unsere Aufgabe besteht darin, für die Gläubiger im höchstmöglichen Maße Schuldbefriedigung zu erreichen“, so Insolvenzverwalter Graf Brockdorff, „dabei bemühen wir uns stets um Rettung der Geschäftstätigkeit. Bei der Insolvenzschuldnerin mussten wir jedoch den Geschäftsbetrieb zum 31.Januar 2014 einstellen.“

In der Gläubigerversammlung vom 29.04.2014 hat die Gläubigerschaft sehr klare Zeichen gesetzt und den Insolvenzverwalter aufgefordert, auch die Gremien der lnsolvenzschuldnerin, wie Vorstand und Aufsichtsrat, ggfs. zur Rechenschaft zu ziehen.

BBL ist eine auf Insolvenzrecht spezialisierte Kanzlei mit ausgeprägter Beratungs- und Verwaltungskompetenz. Als weitere besondere Expertise kommt die Zwangsverwaltung von Immobilien hinzu. BBL verfügt über umfangreiche Erfahrung in komplexen Insolvenzplanverfahren und durch zahlreiche grenzüberschreitende Fälle über einen starken internationalen Bezug. Rund 50 Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte arbeiten an mehr als 30 Standorten, überwiegend in wichtigen Wirtschafts- und Finanzzentren.

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Potsdam, 12.05.2014 

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