04.12.2015 | RESERV GmbH erreicht weiteren Meilenstein in der Sanierung

  • Uwe Frick wird neue kaufmännischer Leiter

Prenzlau. 1. Dezember 2015. Die Sanierung der RESERV GmbH nimmt weiter Fahrt auf und hat mit der Eröffnung des Eigenverwaltungsverfahrens durch das Amtsgericht Neuruppin einen weiteren Meilenstein erreicht. Mit dem Verfahren soll das überregional tätige Dienstleistungsunternehmen wettbewerbsfähig aufgestellt werden. Die Eröffnung des Verfahrens in Eigenverwaltung beschließt das Gericht nur dann, wenn das Unternehmen realistische Chancen auf eine nachhaltige Sanierung und ein Fortführung hat. Das Besondere eines Eigenverwaltungsverfahrens ist, dass Geschäftsführerin Kirstin Düzel den Restrukturierungsprozess weiter eigenständig durchführen kann. Unterstützt wird Düzel durch den Berliner Sanierungsexperten Dr. Hubertus Bartelheimer von der Wirtschaftskanzlei Buchalik Brömmekamp. Der Geschäftsbetrieb läuft auch im eröffneten Verfahren unverändert weiter.

„Unser vorrangiges Ziel nach der Antragstellung Ende September war es, die Kunden von unserem Sanierungsweg zu überzeugen und sie für die Zukunft zu gewinnen. Das haben wir geschafft. Kunden und Lieferanten stehen zum Unternehmen und trotz des Verfahrens konnten wir den Auftragsbestand weiter halten“, zieht Dr. Bartelheimer ein erstes Fazit. Zusammen mit Kirstin Düzel und den Reserv-Mitarbeitern hat Bartelheimer ein 140-seitiges Sanierungskonzept entwickelt, das die Entschuldung der Reserv regelt und Maßnahmen zur Sanierung im ganzen Unternehmen aufzeigt.

Das Zukunftskonzept sieht in der Führungsetage einige Neuerungen vor. So hat Kirstin Düzel inzwischen die alleinige Geschäftsführung übernommen und zum Jahresanfang wird mit Uwe Frick ein neuer kaufmännischer Leiter seine Tätigkeit in dem Dienstleistungsunternehmen aufnehmen. Frick war zuvor Eigentümer des Autohauses Frick in Prenzlau. Die geplante Organisationsstruktur soll deutlich schlanker, die Prozesse im Unternehmen optimiert und die Geschäftsführung von operativen Tätigkeiten entlastet werden. So will sich Reserv künftig mehr auf das Kerngeschäft der Gebäudereinigung und der Objektpflege, zu dem auch der Winterdienst gehört, konzentrieren. Neben dem kommunalen Kunden, wie die Stadt Prenzlau, sollen deutlich mehr gewerbliche Kunden von den umfassenden Dienstleistungen der Reserv überzeugt werden. Dem Sanierungskonzept müssen nun die Gläubiger und das Gericht zustimmen.

„Der gewählte Weg in der Eigenverwaltung ist die beste Lösung für alle Beteiligten. Das haben mir unsere Lieferanten und Kunden immer wieder bestätigt“, erklärt Geschäftsführerin Düzel, „ein großer Dank gilt besonders meinen Mitarbeitern, die derzeit eine Doppelbelastung tragen. Zunächst arbeiten sie intensiv an den Veränderungen mit und dann muss natürlich die Tagesarbeit verrichtet werden. Es macht mich schon stolz, dass alle mit so viel Engagement dabei sind.“

Seit 2012 ermöglicht das ESUG (Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen), ein Unternehmen auf Basis eines abgestimmten Zukunftskonzepts in Eigenverwaltung zu restrukturieren. Es handelt sich dabei um ein modernes Sanierungsverfahren, bei dem das Unternehmen erhalten werden soll. Die Geschäftsführung bleibt weiter im Amt und kann unter Aufsicht eines Sachwalters und des Gerichtes die notwendigen Schritte einleiten. Als Sachwalter hat das Amtsgericht Rechtsanwalt Christian Graf Brockdorff der BBL Bernsau Brockdorff Insolvenz- und Zwangsverwalter GbR aus Potsdam bestellt.

Hintergrund: Was ist eine Eigenverwaltung (§270a InsO)
In der seit dem 1. März 2012 reformierten Eigenverwaltung durch das ESUG (Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen) bleibt die Geschäftsführung weiterhin im Amt und kann die Geschicke des Unternehmens weiter lenken. Die Geschäftsführung übernimmt dabei die meisten Aufgaben, die bislang von einem Insolvenzverwalter wahrgenommen wurden. Anstelle eines Insolvenzverwalters wird ein Sachwalter bestellt. Der Sachwalter hat hauptsächlich die Aufgabe, die wirtschaftliche Lage des Schuldners zu prüfen und die Geschäftsführung zu überwachen. Im Einvernehmen mit den Gläubigern, dem vorläufigen Sachwalter und dem Insolvenzgericht will das Verfahren die Fortführung eines Unternehmens unter dem Schutz der Insolvenzordnung ermöglichen. Ziel des Verfahrens ist es, dem Unternehmen den bisherigen Gesellschafterkreis zu erhalten und es nicht zu zerschlagen. Deshalb soll das Unternehmen auch nicht verkauft (asset deal), sondern über einen Insolvenzplan entschuldet werden. Die Passivseite der Bilanz wird durch Gläubigerverzichte deutlich gestärkt. Am Ende des Verfahrens hat sich die Eigenkapitalquote meist erheblich verbessert. Aus verschiedenen Quellen, insbesondere Insolvenzgeld und Umsatzsteuer, wird so viel Liquidität generiert, dass eine Liquiditätszufuhr von außen nicht mehr erforderlich ist. Die Umsetzung von Sanierungsmaßnahmen, wie zum Beispiel Beendigung unrentabler Vertragsverhältnisse oder langlaufender Dauerschuldverhältnisse, aber auch ein notwendiger Personalabbau sind deutlich schneller und wesentlich kostengünstiger möglich. Dadurch wird die Liquidität geschont und das Ergebnis erheblich verbessert. In aller Regel geht das Unternehmen deutlich gestärkt aus diesem Verfahren hervor und erreicht wieder eine nachhaltige Markt- und Wettbewerbsfähigkeit.

Über RESERV GmbH
Die RESERV GmbH ist im Januar 1994 gegründet worden und hat sich im Laufe der Jahre zu einem überregional tätigen Dienstleistungsunternehmen moderner Prägung entwickelt. Der Hauptfirmensitz ist in Prenzlau. Das Unternehmen bietet mit insgesamt 183 geschulten Fachkräften umfassende Lösungen „Rund ums Haus“ für ihre Kunden. Das Leistungsspektrum der RESERV GmbH beinhaltet: Gebäudereinigung, Garten-, Landschafts- und Spielplatzbau, Gebäudemanagement sowie einen Winterdienst.

Über Buchalik Brömmekamp
Als Beratungsgesellschaft für Restrukturierung und Sanierung ist Buchalik Brömmekamp darauf spezialisiert, mittelständische Unternehmen innerhalb und außerhalb der Krise auf Erfolgskurs zu bringen. Leistungen von Buchalik Brömmekamp werden durch eine Rechtsanwalts- und Steuerberaterkanzlei sowie einer Unternehmensberatung angeboten. Interdisziplinär arbeiten Betriebswirte, Ingenieure und Juristen zusammen und bieten ein breites Spektrum an Dienstleistungen für mittelständische Unternehmen, Fremd- und Eigenkapitalgeber sowie Insolvenzverwalter. Buchalik Brömmekamp entwickelt ganzheitliche und nachhaltige Lösungen, die rechtlich, steuerrechtlich sowie betriebs- und finanzwirtschaftlich aufeinander abgestimmt sind und setzt diese in Restrukturierungs- und Sanierungsprojekten um. Buchalik Brömmekamp hat bisher über 30 Unternehmen nach dem neuen Gesetz erfolgreich beraten und die entsprechenden Verfahren durchgeführt.

Kontakt:
Dr. Hubertus Bartelheimer, Rechtsanwalt, FAfInsR, Tel. +49 30 24355517-11
E-Mail: hubertus.bartelheimer@buchalik-broemmekamp.de

Über BBL Bernsau Brockdorff
BBL ist eine auf Insolvenzrecht spezialisierte Kanzlei mit ausgeprägter Beratungs- und Verwaltungskompetenz. Als weitere besondere Expertise kommt die Zwangsverwaltung von Immobilien hinzu. BBL verfügt über umfangreiche Erfahrung in komplexen Insolvenzplanverfahren und durch zahlreiche grenzüberschreitende Fälle über einen starken internationalen Bezug. Rund 50 Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte arbeiten an mehr als 30 Standorten, überwiegend in wichtigen Wirtschafts- und Finanzzentren.

Kontakt:
BBL Bernsau Brockdorff Insolvenz- und Zwangsverwalter GbR
Christian Graf Brockdorff, Rechtsanwalt
Tel.: +49 331 29800-0 · Fax: +49 331 29800-99, weitere Informationen: www.bbl-law.de