Insolvenzverfahren über das Vermögen der YMOS AG eröffnet

Mit Beschluss vom 01.12.2009 hat das Amtsgericht Offenbach am Main das Insolvenzverfahren über das Vermögen der YMOS AG mit Sitz in Obertshausen eröffnet. Zum Insolvenzverwalter wurde Herr Rechtsanwalt Götz Lautenbach aus dem Frankfurter Büro von BBL Bernsau Brockdorff Lautenbach bestellt.

Die YMOS AG hatte am 24.08.2009 Insolvenzantrag stellen müssen, da sie finanziell nicht mehr in der Lage war, die Pensions- und Rentenansprüche der ehemals 1800 Mitarbeiter des Unternehmens zu zahlen. Bereits im Herbst 2007 hatte die Gesellschaft vor dem Hintergrund der angespannten Liquiditätslage die Betriebsrenten empfindlich gekürzt und im März 2008 die Zahlungen gänzlich eingestellt. Dies führte zu Arbeitsgerichtsprozessen von rund 1230 Rentnern, die zwischenzeitlich aufgrund von Gesprächen zwischen dem Vorstand und dem Insolvenzverwalter alle beendet werden konnten.

Derzeit prüft der Pensionssicherungsverein aG (PSVaG), in welchem Umfang eine Eintrittsverpflichtung besteht. Sofern eine solche besteht, sind rückständige Versorgungsleistungen für einen Zeitraum von bis zu zwölf Monaten vor Entstehung der Leistungspflicht des PSVaG insolvenzgeschützt.

Der Insolvenzverwalter steht in intensiven Gesprächen mit dem PSVaG, damit die Rentenzahlungen wieder kurzfristig aufgenommen werden können. Es ist geplant, bis zur abschließenden Überprüfung der Eintrittsverpflichtung durch den PSVaG die Rentenzahlungen auf dem so genannten „alten Zahlungsweg“ durchzuführen, d.h. dass die Rentenbeträge zunächst unmittelbar über Konten der YMOS AG, finanziert durch entsprechende Mittel des PSVaG, ausbezahlt werden. Sofern die hierfür erforderlichen Voraussetzungen vorliegen, könnten dann Ende Januar 2010 die ersten Zahlungen vorgenommen werden.

Der Insolvenzverwalter wurde von Seiten der Gesellschafter der YMOS AG zudem gebeten, zur angestrebten Sanierung des Unternehmens einen Insolvenzplan aufzustellen. Es ist beabsichtigt, dass der Gesellschaft von Gesellschafterseite zusätzlich Liquidität zur Verfügung gestellt wird, um den laufenden Geschäftsbetrieb zu stabilisieren und entsprechende Zahlungen an die Insolvenzgläubiger darstellen zu können. Aufgrund der einzuleitenden Maßnahmen soll erreicht werden, dass der sanierte Geschäftsbetrieb ein nachhaltig positives operatives Ergebnis abwirft und erfolgreich fortgeführt werden kann.

BBL Bernsau Brockdorff Lautenbach ist eine auf das Insolvenzrecht spezialisierte Kanzlei, die über umfangreiche Erfahrung in komplexen Insolvenzplanverfahren verfügt. Über 60 Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte arbeiten an 29 Standorten in wichtigen Wirtschafts- und Finanzzentren.