Stiftung Viktoriastift für die Zukunft aufgestellt

Die bereits seit 135 Jahren bestehende Stiftung Viktoriastift in Bad Kreuznach ist eine der führenden Kinderrehabilitationskliniken in Deutschland. Hier werden insbesondere Kinder mit spezifischen Leiden erfolgreich therapiert und für ein gesundes Leben vorbereitet. Die Stiftung Viktoriastift ist mit ca. 140 Mitarbeitern in eigenen Räumen tätig, die umfangreiche Freizeitanlagen für Kinder bereithalten. Das Viktoriastift ist weit über die Landesgrenzen von Rheinland-Pfalz bekannt für seine individuelle und fachlich kompetente Behandlung von Kindern. Der Anstieg der Betriebskosten, ein Missmanagement ehemaliger Vorstandsmitglieder und die allgemein Konkurrenzsituation auf dem Reha-Markt hatten auch das Viktoriastift im Frühjahr dieses Jahres in ernsthafte wirtschaftliche Schwierigkeiten gebracht. Eine unvorhergesehene Liquiditätslücke konnte das Viktoriastift im Mai 2012 nicht schließen und hat daher im Rahmen der Eigenverwaltung ein gerichtliches Sanierungsverfahren angestoßen.

Zunächst konnten die Verträge mit den Krankenkassen erfolgreich beibehalten werden. Das Viktoriastift erfreut sich allgemeiner Beliebtheit bei seinen kleinen Patienten und so waren die Belegungszahlen in den vergangenen Monaten weit höher, als die Leitung erwartet hatte. Der Zuspruch der Kinder, ihrer Eltern und der Beleger war überwältigend und der Grundstein für eine wirtschaftliche Gesundung.  Mit den Arbeitnehmervertretern wurden umfangreiche Verhandlungen geführt, die eine nachhaltige Senkung der Personalkosten ermöglichten, ohne dass Entlassungen notwendig waren. Mit den beteiligten Banken wurden ebenfalls Regelungen geschaffen, die eine Fortführung des Viktoriastiftes ohne Weiteres ermöglichen.

Ferner hat das Viktoriastift mit Hilfe ihrer Berater, der Frankfurter Restrukturierungskanzlei BBL Bernsau Brockdorff & Partner Rechtsanwälte, einen Insolvenzplan entworfen und diesen umfangreich mit den beteiligten Gläubigergruppen besprochen. Dieser Sanierungsplan ist beim Amtsgericht Bad Kreuznach eingereicht worden und hat in dem Termin am 15.10.2012 die erforderliche Zustimmung aller Gläubiger erfahren.

Mit Hilfe dieses Insolvenzplanes ist das Viktoriastift von allen laufenden Verbindlichkeiten befreit, hat eine angepasste und wirkungsvolle Personalstruktur und verfügt über die notwendige Liquidität, um für die Zukunft gewappnet zu sein.

Herr Kurre, der Vorstand des Viktoriastifts erklärte dazu:

„Ich bin froh, dass ich diesen Sanierungsschritt gewagt und damit die Zukunft des Viktoriastifts nachhaltig gesichert habe.“

Auch die Arbeitnehmer freuen sich darüber, dass ohne Verluste von Arbeitsplätzen eine Sanierung des Viktoriastiftes ermöglicht wurde. Das Viktoriastift kann nach dieser Sanierung und Runderneuerung seinen erfolgreichen Weg weiter fortsetzen.

Bad Kreuznach, den 15.10.2012