Geschäftsbetrieb der Maria Soell GmbH wird uneingeschränkt fortgeführt

Erste Gespräche mit Speditionen und Factoring-Unternehmen erfolgreich abgeschlossen – Kunden bieten aktiv Unterstützung an – Insolvenzgeld vorfinanziert – Für Tochtergesellschaft ebenfalls Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt

Nidda/Friedberg, 30. Januar 2015. Der Geschäftsbetrieb der Papier- und Folienveredlers Maria Soell GmbH mit Sitz im hessischen Nidda wird uneingeschränkt fortgeführt. Das Insolvenzgeld für die Beschäftigten ist vorfinanziert, Löhne und Gehälter bis einschließlich März 2015 gesichert.

Die Geschäftsführung hatte am 22. Januar 2015 beim Amtsgericht Friedberg als zuständigem Insolvenzgericht Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt.

„Wir haben wesentliche Gespräche mit unseren Spediteuren und vor allem mit unserem Factoring-Dienstleister zügig abgeschlossen und bleiben somit handlungsfähig“, erläutert Stefan Steinmeier, geschäftsführender Gesellschafter der Maria Soell GmbH. „Überdurchschnittlich viele Kunden haben aktiv Verbindung mit uns aufgenommen und ihre Unterstützung angeboten. Das ist uns Bestätigung und Ansporn zugleich, den eingeschlagenen Weg konsequent weiter zu verfolgen“.

Sanierungsgeschäftsführer Elsässer von der Kanzlei Schultze & Braun: „Die Gespräche mit einer Bank und der Bundesagentur für Arbeit zur Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes sind in Zusammenarbeit mit dem vorläufigen Sachwalter Dr. Bernsau erfolgreich abgeschlossen. Bis einschließlich März 2015 sind Löhne und Gehälter der Beschäftigten gesichert. Bis zum Quartalswechsel sollten die Eckpfeiler eines Sanierungskonzepts stehen, möglicherweise schon in weiten Teilen verhandelt sein“.

Elsässer verweist darauf, dass man sich nach eingehender Prüfung dazu entschlossen habe, auch für die Tochtergesellschaft Maria Soell High Technology Films GmbH mit 18 Beschäftigten ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung zu beantragen. „Inklusive des Insolvenzgeldes stehen uns damit für beide Gesellschaften die identischen Sanierungsinstrumente der Insolvenzordnung zur Verfügung. Wir können einheitlich parallel für beide Gesellschaften verfahren“, so Elsässer, der ab sofort auch Geschäftsführer der Maria Soell High Technology Films GmbH neben Stefan Steinmeier ist. Zum vorläufigen Sachwalter hat das Insolvenzgericht Dr. Georg Bernsau von BBL Bernsau Brockdorf Rechtsanwälte bestellt.

Maria Soell veredelt seit 1922 Paper sowie Folien und bietet individuelle Lösungen bei Verpackungen oder Trennpapieren für Produkte des täglichen Bedarfs. Zielgruppen sind unter anderen Hersteller von hochwertigen Konsumgütern und Lebensmitteln, Zulieferer für die Bauwirtschaft oder industrielle Anwendungen. Die Maria Soell GmbH und das Folien produzierende Tochterunternehmen Maria Soell High Technology Films GmbH beschäftigen am Standort Nidda über 160 Mitarbeiter und erwirtschafteten einen Jahresumsatz von rund 33 Millionen Euro.

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