BBL begleitet Beate Uhse in der Eigenverwaltung

Tochtergesellschaften nicht insolvent, Geschäftsbetrieb läuft uneingeschränkt weiter – Management behält die Fäden in der Hand für eine erfolgreiche Sanierung

Flensburg, 15. Dezember 2017. Die Beate Uhse Aktiengesellschaft (ISIN DE0007551400, WKN 755140) beantragt heute die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung mit dem Ziel der Sanierung beim zuständigen Amtsgericht. Der Vorstand der Beate Uhse AG, Michael Specht, hat sich zu diesem Schritt entschlossen, um die Sanierung der gesamten Gruppe in Eigenverwaltung nachhaltig umzusetzen. Ein Insolvenzplan, mit dem die Sanierung rechtlich durchgesetzt werden wird, ist bereits vorbereitet und wird im weiteren Verlauf des Verfahrens nach Abstimmung mit den wesentlichen Gläubigergruppen bei Gericht eingereicht.

Die Beate Uhse AG hatte im Jahr 2014 eine Unternehmensanleihe mit einem Volumen von 30,0 Mio. Euro und einer Laufzeit bis 2019 emittiert. In den letzten Monaten hat sich die Gesellschaft in Abstimmung mit dem gemeinsamen Vertreter der Anleihegläubiger und wesentlichen Anleihegläubigern um eine Restrukturierung der Anleihe bemüht und Verhandlungen mit einer Investorengruppe über eine Finanzierungsaufnahme geführt. In diesen fortgeschrittenen Verhandlungen konnte zuletzt jedoch keine Einigung erzielt werden. Daher war auch die geplante Restrukturierung der Anleihe nicht mehr umsetzbar und somit keine Fortführungsprognose für 2018 mehr erreichbar.

Operative Tochtergesellschaften nicht von Insolvenz betroffen, Geschäft läuft weiter

Die Insolvenzanmeldung betrifft ausschließlich die Beate Uhse AG in ihrer Funktion als Holding, für die Tochtergesellschaften der Beate Uhse AG wurde keine Insolvenz beantragt. Damit halten die operativen Gesellschaften in Deutschland und den Niederlanden ihren Geschäftsbetrieb uneingeschränkt aufrecht und die Handlungsfähigkeit der Gruppe wird gesichert.

Vorstand ist zuversichtlich bezüglich der Sanierung der Beate Uhse Gruppe

Michael Specht, Vorstandsvorsitzender der Beate Uhse AG betont: „Unser Ziel ist es, im Rahmen des Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung die operative und finanzielle Sanierung der Beate Uhse AG nachhaltig und zügig umzusetzen. Wir haben damit einen Weg eingeschlagen, bei dem wir sehr zuversichtlich sind, die Unternehmensgruppe als Ganzes sanieren zu können.“

Die Beate Uhse Gruppe hat in den letzten Jahren unter zahlreichen Managementwechseln und strategischen Fehlentscheidungen gelitten. Der systematische und strategische Ausbau des Onlinehandels wurde zu spät und nicht konsequent genug vorangetrieben und zu lange am traditionellen Geschäftsmodell festgehalten. Damit wurden in der Vergangenheit weder die Potentiale der Marke noch des Marktes optimal genutzt und Marktanteile gingen verloren.

Neues Management steht an der Seite des Vorstands

Das neue Management um Michael Specht hat seit April dieses Jahres eine Bestandsaufnahme vorgenommen und den gesamten Bereich Finance auf den Prüfstand gestellt, um Fehler aus der Vergangenheit aufzudecken und abzustellen. Trotz der erheblichen Kapazitätsbindung hierfür hat man in der Kürze der Zeit einen Markenrelaunch entwickelt und strategische Maßnahmen eingeleitet, die sich die Werte und Stärken der Marke zu Nutze machen und Beate Uhse die Chance für einen Neuanfang geben. Zur weiteren Verstärkung wird Herr Thomas Kresse als CRO in den Vorstand der Beate Uhse AG berufen. Herr Kresse ist parallel Vorstand der Nexpert AG, Hamburg. Diese Unternehmensberatungsgesellschaft unterstützt seit April 2017 den vom Vorstand eingeleiteten Restrukturierungsprozess. Die Sanierung wird weiter durch die Insolvenzexperten von BBL Bernsau Brockdorff unterstützt: Als Generalbevollmächtigte werden daher die Fachanwälte für Insolvenzrecht Dr. Georg Bernsau und Justus von Buchwaldt die rechtlich notwendigen Schritte umsetzen.

Hand in Hand für eine erfolgreiche Zukunft

Die aktuelle Insolvenz betrifft insgesamt 11 Mitarbeiter der Beate Uhse AG, die durch das zu beantragende Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit für die nächsten drei Monate abgesichert werden. Die Mitarbeiter sind größtenteils seit vielen Jahren bei der Beate Uhse AG tätig und fühlen sich der Gesellschaft sehr verbunden. Dementsprechend hoch sind ihre Loyalität und die Bereitschaft, die Sanierung uneingeschränkt mitzutragen und erfolgreich voranzutreiben.
Auch die wesentlichen Gläubiger des Unternehmens stehen der Sanierung im Rahmen eines Eigenverwaltungsverfahrens positiv gegenüber und haben ihre Unterstützung für den Sanierungsprozess zugesagt.

Mit der Unterstützung aller Beteiligten, insbesondere des hochmotivierten Managements, ist man sehr zuversichtlich, dass mit diesem Schritt eine Neuanfang der Beate Uhse AG in eine nachhaltig positive Zukunft möglich ist.

Über die Beate Uhse AG:
Das Unternehmen Beate Uhse wurde 1946 gegründet und ist als europaweit tätiger Erotikkonzern heute mit rund 345 Mitarbeitern (FTE) in sieben Ländern aktiv. Beate Uhse steht für über 70 Jahre Branchenerfahrung und Expertise in der Erotikbranche und verfügt über eine sehr hohe Markenbekanntheit. Der Fokus liegt auf dem B2C, der durch zwei zentrale Vertriebskanäle E-Commerce und stationärer Einzelhandel – abgedeckt wird und die im Rahmen der Cross-Channel-Strategie eng miteinander verzahnt sind. Seit Mai 1999 ist die Aktie der Beate Uhse (XETRA:USE.DE) an der Frankfurter Börse gelistet. Mehr unter www.beate-uhse.ag.

Über BBL:
BBL ist eine der führenden Kanzleien mit alleinigem Fokus auf Sanierung, Restrukturierung und Insolvenz. Die Kanzlei verfügt über umfangreiche Erfahrung in komplexen Restrukturierungsvorhaben sowohl innerhalb als auch außerhalb von Insolvenzverfahren. Mehr als 50 Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte arbeiten bundesweit und in London.
Weitere Informationen: www.bbl-law.de

Kontakt:
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Dr. Georg Bernsau
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