BBL: Rheinort-Treuhand erwirbt Peiner Umformtechnik nach 17 Monaten in Eigenverwaltung / Standort Peine gesichert

PRESSEMITTEILUNG

Die Rheinort-Treuhand GmbH mit Sitz in Düsseldorf hat die Peiner Umformtechnik (PUT) mit Wirkung zum 1. September 2019 erworben. Die Peiner Umformtechnik GmbH, ihr Schwesterunternehmen Peiner Services GmbH (PSG) und das Betriebsgrundstück wurden zusammen von der Rheinort-Treuhand erworben. Mit den beiden Betrieben sind automatisch auch die 193 Mitarbeiter auf die neue Gesellschaft übergegangen. Bezüglich des Kaufpreises wurde Stillschweigen vereinbart.

Dr. Wolf von der Fecht, Geschäftsführer der Rheinort-Treuhand GmbH, erklärt: „Die Rheinort-Treuhand hat die Peiner Umformtechnik für die Mitarbeiter erworben. Wir haben im Laufe der Beratung des Betriebsrates im Insolvenzverfahren erkannt, dass die Kunden nicht nur die marktbekannten hochfesten Schrauben schätzen. Es sind vor allem die zuverlässigen und engagierten Mitarbeiter, denen unsere Kunden ihr Vertrauen schenken. Mit gemeinsamen Anstrengungen durch Lohn- und Gehaltsbeiträge überwinden die Mitarbeiter die Insolvenz. Sie sollen daher auch von der Zukunft profitieren können.“

Nach 17 Monaten erfolgreicher Eigenverwaltung ist die Sanierung der PUT und PSG mittels eines M&A-Prozesses durch einen Verkauf sichergestellt. Die Eigenverwaltung wurde vorbereitet und während des gesamten Verfahrens insolvenzrechtlich begleitet von Dr. Alexander Höpfner, Restrukturierungsexperte in der bundesweit tätigen Kanzlei BBL Bernsau Brockdorff & Partner. Er wurde mit Stellung des Insolvenzantrages zum Generalbevollmächtigten der PUT und PSG bestellt. Gemeinsam mit dem ebenfalls mit Insolvenzantrag bestellten Geschäftsführer Dr. Thomas Dückers hat er die Eigenverwaltung durchgeführt und das Unternehmen geleitet.

Geschäftsführer Dr. Thomas Dückers, der das Unternehmen auch künftig leiten wird: „Wir haben den Betrieb im Insolvenzverfahren erfolgreich fortgeführt und die Peiner Umformtechnik neu entworfen. So konnten wir den Bestand des Unternehmens sichern und haben das starke Know-how der Mitarbeiter in unseren Geschäftsfeldern Automotive, Handel und Wind bewahrt. Die Zahl der Arbeitsplätze mussten wir an die aktuelle Auftragslage anpassen, ab 1. Oktober wird das Unternehmen 193 Mitarbeiter beschäftigen. Rheinort-Treuhand wird gemeinsam mit den hochmotivierten Mitarbeitern dafür sorgen, dass die Kunden der Peiner Umformtechnik wieder langfristiges Vertrauen fassen. Die gelebte Unternehmenskultur wird fortgeführt, sie wird auch in Zukunft für ein gutes Miteinander und erfolgreiche Kundenbeziehungen sorgen.“

PUT-Generalbevollmächtigter Dr. Alexander Höpfner: „Wir haben die PUT nach dem Beginn der Eigenverwaltung aus prekärem Fahrwasser manövriert. Dabei konnten wir uns immer auf die Belegschaft verlassen. Die erfolgreiche Sanierung ist letztlich das Ergebnis der sehr gelungenen und zielorientierten Zusammenarbeit zwischen Eigenverwaltung, Sachwaltung, Belegschaft und Betriebsrat. Dass alle an einem Strang gezogen haben, war in der Verhandlungsphase mit Rheinort-Treuhand ein bedeutendes Element.“

Sanierungsexperte Manuel Sack von der bundesweit tätigen Kanzlei Brinkmann & Partner, der die Geschäftsführung als Sachwalter im Insolvenzverfahren beaufsichtigt: „Als Team ist es uns gelungen, der Peiner Umformtechnik wieder eine unternehmerische Zukunft zu eröffnen. Dieses Unternehmen und seine Belegschaft haben beispielhaft gezeigt, wie viel positive Energie in einer schwierigen Zeit freigesetzt werden kann. In der Eigenverwaltung hat die PUT mit ihren Produkten bestehende Markt- und Kundenzugänge erhalten und neue erschlossen.“

Uwe Simon, Vorsitzender des Betriebsrats: „Wir haben eine für die Belegschaft verträgliche Lösung gefunden, auch wenn nicht alle Arbeitsplätze erhalten werden konnten. Gemeinsam mit der IG Metall und der Geschäftsführung haben wir über mehr als 15 Monate hartnäckig daran gearbeitet, die Peiner Umformtechnik neu zu ordnen und das Unternehmen am Standort Peine zu sichern.“

Frank Raabe-Lindemann von der IG Metall Salzgitter-Peine: „Die Gewerkschaft hat die Insolvenzverwaltung jederzeit kritisch konstruktiv begleitet und verfolgte dabei folgende Ziele: 1. Langfristige Sicherung des Produktionsstandortes in Peine. 2. Erhalt einer möglichst hohen Anzahl an Arbeitsplätzen. 3. Sicherung der Tarifbindung. Diese Ziele konnten auch mit sehr großem Einsatz der Belegschaft und der IG Metall erreicht werden. Die IG Metall bedankt sich bei Dr. von der Fecht, dass er auf ihren Wunsch hin die Beratung des Betriebsrates übernommen hat. Mit seiner absoluten Expertise, Einsatz und Erfahrung war er ein wertvoller Ratgeber in der Vertretung der Belange der Belegschaft, um die er sich verdient gemacht hat. Die zurückliegenden Monate bei der PUT belegen, dass Mitbestimmung und eine aktive Belegschaft Garanten für eine erfolgreiche Entwicklung unserer Unternehmen sind. Mitbestimmung bewährt sich aber nicht nur in der Krise. Die IG Metall ist überzeugt davon, dass sich die PUT in den nächsten Jahren zu einem erfolgreichen Unternehmen entwickelt, denn das Beste der PUT, die Belegschaft, ihr Know-how, ihre Erfahrung und Können, konnten wir erhalten.“

Der BBL-Partner Dr. Alexander Höpfner als Generalbevollmächtigter der Peiner Umformtechnik wurde in diesem Verfahren von folgenden BBL-Kollegen unterstützt: Christoph von Billerbeck, Dr. Mark Schüssler, Dr. Simone Wernicke (Arbeitsrecht) und Hans Beyer (M&A).

Über BBL Bernsau Brockdorff

BBL Bernsau Brockdorff gehört seit vielen Jahren zu den bundesweit führenden Kanzleien mit klarem Fokus auf Sondersituationen – Restrukturierung, Sanierung und Insolvenz. Mit ca. 200 Mitarbeitern und 50 Anwälten ist die Kanzlei deutschlandweit an mehr als 30 Standorten  präsent, zudem gibt es ein Büro in London.  BBL steht für die  Begleitung von Restrukturierungsprojekten zur Krisenvorbeugung  und für die Beratung im Fall  existenzbedrohender Situationen ebenso wie  für die Begleitung von Insolvenzverfahren oder Insolvenzen in Eigenverwaltung. Viele der Projekte sind grenzüberschreitend, entsprechend umfassend ist auch das internationale Netzwerk der Kanzlei